Die Fahrzeugflotte
Schatzi-Moppel haben eine Vorliebe für gelbe Autos. Das Schatzi hatte früher zunächst ein rotes Auto und dann zwei gelbe Flitzer (nacheinander, nicht gleichzeitig) und in allen hat das Bienchen gewohnt. Sie war nämlich ein Geschenk ihres Bruders zum ersten Auto. Leider hat das Schatzi schon recht bald nach dem Umzug nach Stuttgart im Jahr 2007 ihr schönes gelbes Auto verkauft und das Bienchen hat fortan ein eher tristes Leben in irgendeiner Kiste geführt. Niemand weiß genau, wo es gewesen ist und es mag auch nicht drüber sprechen. Diese „Wir legen einen Schleier über die Vergangenheit“-Mentalität trifft man ja in der Kuschelrunde häufiger an. Aber jetzt sind alle glücklich und das ist das Wichtigste.
Ich bin früher nicht so oft Auto gefahren. Ob das nun an den Fahrkünsten vom Schatzi lag, die ich gemieden habe, oder einfach an der Tatsache, dass ich (wie schon beschrieben) lange Zeit in einem Regal saß und sie mich nicht mitgenommen hat, sei mal dahingestellt. Inzwischen fahre ich fast öfter Auto als damals, obwohl wir keins mehr haben. Und noch viel öfter fahren wir Zug. Das ist auch lustig. Man lernt ab und zu komische Leute kennen, wird ein wenig herumgeschaukelt und hat „Qualtity-Time“, wie der Moppel das nennt, zum Lesen, Musik hören, Quatschen und Kuscheln.
Nachdem wir auf den Moppel getroffen sind, stellte sich heraus, dass er ebenfalls einen gelben Flitzer (einen Beetle!) fährt. Ich kann jetzt natürlich behaupten, dass ich das gewusst habe und es ein Auswahlkriterium war, aber das wäre geflunkert. Ich war angenehm überrascht, welchen Glücksgriff ich da gemacht habe. Das Schatzi war (spätestens jetzt, aber eigentlich auch schon vorher) hin und weg. Und schließlich durfte auch das Bienchen endlich wieder in einem Auto mitfahren. Es hing am Spiegel herum, machte Summ-Summ und war das glücklichste Bienchen weit und breit. Leider stand das Auto im Rheinland und wurde nur verhältnismäßig selten von Schatzi-Moppel genutzt, sodass die glückliche Auto-Zeit des Bienchens doch recht selten und immer begrenzt war. In der restlichen (Ohne-Auto-)Zeit musste der Fischi sich um das Glück des Bienchens selbst kümmern, aber er ist ein wahrer Profi darin geworden. Auch wenn er häufig traurig oder griesgrämig schaut, das Bienchen tut das selten und bei ihm ist das – wie wir inzwischen wissen – auch nur ein Schutzmechanismus, um nicht mit mir verwechselt zu werden.
Der Moppel hatte vor dem Beetle auch andere Autos, aber die kennt niemand von uns und die waren vermutlich auch nicht so toll. Der Beetle dagegen war der Knüller. Er war eigentlich ein klassisches Frauenauto, vor allem natürlich aufgrund der gelben Farbe. Es hatte sogar eine Sonnenblume in einem Reagenzglas am Armaturenbrett. Aber wir halten ja nichts von Klischees und haben auch keine Vorurteile. Daher durfte der Moppel sein Frauenauto fahren und wir haben uns nur ein ganz kleines Wenig darüber lustig gemacht.
![]() |
| Der Beetle *seufz |
#TeamAusflug
Aber dann kam irgendwann der Tag, an dem auch dieser gelbe Flitzer verkauft wurde bzw. werden musste. Es war zwar notwendig, weil er nicht durch den TÜV gekommen wäre und die Reparatur nicht im Verhältnis zu den Nutzungsmöglichkeiten stand, aber trotzdem war es sehr, sehr traurig für uns alle. Seither versucht das Bienchen, sich in jedweden Ausflug hinein zu quatschen, wo auch nur die geringste Chance darauf besteht, in einem Auto mitfahren zu können. Urlaube mit Mietwagen sind für das Bienchen also Pflicht. Und da das Bienchen nicht ohne ihren Fischi verreist, ist so das Team Ausflug (auch als #TeamAusflug bekannt) entstanden: Bienchen, Fischi, Kuschel (ohne den ich nicht verreise) und natürlich ich (ohne mich verreist hier nämlich keiner). Wir haben schon einige schöne Orte zusammen besucht und jede Menge Quatsch gemacht. Und wir sind dabei wirklich immer viel Auto gefahren. Anzumerken ist, dass der Moppel immer fährt und das Schatzi navigiert. Ihr stutzt zurecht: Eine Frau die navigiert, wie soll das denn funktionieren? Aber meistens funktioniert es, wenn sie nicht gerade die Karte falsch herumhält oder während der Fahrt einschläft, versteht sich.
Leider sind die Mietwagen meistens nicht gelb. Das ist für das Bienchen nicht so leicht, denn es ist an diese Farbe seit Jahren gewöhnt. Es hat mir zwar mal von dem (ersten) roten Auto erzählt, und dass das auch ganz okay war, aber das rote Auto kenne ich nicht, also gab es das auch nicht. Und es ist ja auch wirklich schon sehr lange her.
Die meistens grauen Mietwagen werden also durch das Bienchen ein bisschen farblich aufgefrischt und egal, welche Farbe das Auto hat, sie haben alle einen Spiegel oder einen Haken an der Sonnenblende, woran man das Bienchen hängen kann. Dort baumelt es herum und macht Summ-Summ. Das kennen wir ja schon. Manchmal ist es so vertieft in diese Beschäftigung, dass es vergisst, bei den Ausflügen mit auszusteigen. Später ist es dann immer böse und behauptet, wir hätten es vergessen oder absichtlich im Auto gelassen. So kann man das vermutlich auch sehen, aber einer muss ja auch auf das Auto aufpassen. Und wer bei einem Ausflug dabei sein will, muss hier rufen. In diesem Sinne: Hier! Hier! Hier!
![]() |
| Mal ein anderes Gefährt 🙂 |
Im Übrigen haben wir für die Freundin der gelben Autos zwei gelbe Modellautos im Regal stehen. Das eine ist stilecht ein Beetle, das andere ein Mini Copper. Letzter war ein Hochzeitsgeschenk, weil der Gast keinen Beetle gefunden hat. Das ist aber offensichtlich nicht so schlimm, da wir ja schon einen gelben Beetle haben. Es kann ja nicht alles doppelt oder dreifach geben.
Wenn das Bienchen sehr traurig ist, dass es kein gelbes Auto zum Mitfahren mehr hat, setzen wir es zu einem der beiden Modellautos, um es aufzuheitern. Das hat bisher eigentlich immer ganz gut funktioniert. Notfalls muss der Fischi das Bienchen noch intensiv knuddeln, spätestens dann lächelt es immer und vergisst, warum es traurig war.

