Ja, ich will

Ein besonderes Highlight in meinem Leben war, wie bereits in der Kurzzusammenfassung erwähnt, unsere Hochzeit im Juni 2016. Ich sage jedenfalls absichtlich \“unsere\“ Hochzeit, denn ich war ein wichtiger Teil davon. Dazu aber später mehr. Zuerst muss ich euch vom Anfang und vom Antrag erzählen.

Das Kennenlernen


Wie schon erwähnt, haben sich Schatzi-Moppel auf dem Stuttgarter Weihnachtsmarkt im Dezember 2013 kennen und lieben gelernt. Es war eine Einladung von einer Freundin, die für ein Jahr nach Neuseeland zum Work & Travel gehen wollte. Diese Freundin hatte dem Schatzi schon mal von einem Kletter-Kumpel erzählt, den sie bestimmt mögen würde. Damit sollte sie Recht behalten. Es floss jedenfalls ordentlich Glühwein und die Funken sprühten. Ich war zwar nicht dabei, aber ich habe überall meine Spione und mir wurde ausführlich von diesem quantensprungartigen Ereignis berichtet. Dadurch haben Weihnachtsmärkte und Glühwein natürlich eine besondere Bedeutung für die beiden erhalten.
Weihnachtsmarkt 2016

Nach diesem Kennenlernen hat es leider noch eine Weile gedauert, bis das Schatzi erkannt hat, dass nicht der Grummli, mit dem sie bisher zusammen war, sondern der Moppel der Richtige für sie ist und diese Beziehungskorrektur vorgenommen hat. Das war Ende März 2014. Seither leben die beiden quasi zusammen, wenn auch anfangs in getrennten Wohnungen, seit Januar 2015 dann aber endlich in unserer schönen gemeinsamen Wohnung auf dem Kesselrand von Stuttgart.

Der Antrag


An einem Tag Ende November 2015 war das Schatzi dann mit eben dieser eben erwähnten, inzwischen aus Neuseeland zurückgekehrten Freundin abends zum Essen verabredet und hatte danach zwei Glühwein intus. Ihr erkennt das Muster. Als sie beschwipst zur Tür hereinwankte, traute sie wohl ihren Augen nicht. Der Moppel und ich hatten etwas vorbereitet! Wir hatten sämtliche Kuscheltiere aus der ganzen Wohnung (auch aus der Kuscheltierschublade, die ich später noch näher erläutern werde) zusammengetragen und auf der Couch verteilt. Die ist ja sonst auch schon ganz gut gefüllt, aber da war es richtig voll und kuschlig, aber ist ja klar, dass alle dabei sein wollten und mussten.
Volle Hütte
 Ich hatte den Ring (wir hatten natürlich einen Ring mit einem blauen Stein ausgesucht!) in der Schachtel auf meinem Schoß, Elmo die Gummibärchen und Krümel die Pralinen. Ganz erstaunlich, dass nach dem Antrag noch welche da waren. Ich hatte eigentlich erwartet, dass der Krümel vor lauter Aufregung alle schon vorher auffrisst. Außerdem war noch eine Flasche Sekt bereitgestellt, wir konnten ja nicht ahnen, dass das Schatzi schon beschwipst nach Hause kommt. Okay, vielleicht hätten wir es erahnen können, aber wir haben an zu viele andere Sachen gedacht, waren aufgeregt und außerdem gehört ein Gläschen Sekt zu einem Antrag jawohl dazu.
Der Ring bei mir

Der Moppel hat – wie sich das gehört – einen Kniefall gemacht und das Schatzi gefragt, ob sie ihn heiraten will und sie hat tatsächlich JA gesagt. Ach, war das schön. Wir hatten zwar alle fest damit gerechnet, aber wir waren vorher trotzdem total aufgeregt und nervös. So einen Antrag macht man ja auch nicht alle Tage. Der Moppel und ich haben beschlossen, ihn nur einmal zu machen und das Schatzi zu behalten. Gut, dass das geklappt hat. Nach dem Antrag und vielen Umarmungen und Küssen gab es noch mehr Alkohol für das bereits angetüdelte Schatzi und es sind natürlich auch noch einige Freudentränen gekullert.

Der Ring am Finger

 

There is Music in the air


Tatsächlich gab es auch Musik zum Antrag. Ich weiß das. Schließlich habe ich sie mit dem Moppel ausgesucht. Das Schatzi konnte sich später zwar beim besten Willen nicht daran erinnern, aber sie (also, die Musik, nicht das Schatzi – wobei, doch die natürlich auch) war definitiv da. Aufgefallen, dass das Schatzi diese Musik gar nicht wahrgenommen hat, ist uns das erst viel später, also nämlich der Moppel bei der Planung der Standesamts-Musik diesen Song vom Antrag vorschlug und das Schatzi mit der unvergessenen, vollkommenen verdutzen Frage „Es lief Musik beim Antrag???“ reagierte.
Wir hatten jedenfalls „Stand by me“ ausgesucht. Meine – wie ich finde – genialen Ideen „Should I stay or should I go now“ und „Killing in the name of love“ wurden aus fadenscheinigen Gründen abgelehnt. \“Stand by me\“ wurde dann also auch auf die Liste der Standsamts-Songs für den Ringtausch gesetzt. Dass es dazu nicht (zumindest nicht an dieser vorgesehenen Stelle) kommen sollte, werde ich später noch berichten. Zum Einzug hatten wir \“Heaven\“ von Bryan Adams ausgewählt und zum Schluss sollte \“I don´t want to miss a thing\“ von Aerosmith folgen, ein Song, bei dem das Schatzi schon immer ganz rührselig geworden ist. Sehr passend also.

Die Hochzeitsplanung


Nach dem Antrag ging es jedenfalls zügig an die Hochzeitsplanung. Ein Termin war schnell gefunden, da er nach Ende der Bundesliga-Saison 2015/16 und vor Beginn der EM im Sommer 2016 sein sollte. Und so stellte sich heraus, dass die Vorbereitungszeit doch nicht so üppig war wie man das häufig kennt. Ein gutes halbes Jahr, nämlich am 04. Juni 2016, dann sollte es schon soweit sein. Wir haben also direkt angefangen, die Gästeliste zu erstellen und alle anderen Vorbereitungen in die Wege zu leiten. Da gab es wirklich viel zu tun: Standesamt, Location für die Feier, Fotografin, Blumen, Anzug, Hochzeitskleid und tausend Kleinigkeiten…
Aber Schatzi-Moppel haben alles super organisiert und es hat auch fast alles ganz hervorragend geklappt. Außerdem haben wir alle ganz toll ausgesehen. Moppel und ich im Anzug, Schatzi im Kleid. Und was für ein Kleid. Ich werde immer noch ganz rührselig, wenn ich daran denke. Sie sah aus wie eine Prinzessin.
Wir drei Hübschen

Missgeschicke, die man nicht planen kann


Vorweggeschickt: Wir hatten eine Traumhochzeit. Es war einfach umwerfend und märchenhaft. Trotzdem sind mehrere Dinge trotz bester Planung schief gegangen. Im Nachhinein haben wir natürlich darüber gelacht, denn wirklich dramatisch war das alles nicht. Es fing damit an, dass das Schatzi und ihre Trauzeugin fast die Blumensträuße vergessen hätten. Sie hatten sie nach dem Frisör-/Schminktermin beim Blumenladen abgeholt und in deren Auto gelassen, um sie dann nur ins Brautauto (ein dunkelgrüner Jaguar!) umladen zu müssen und nicht ins Hotelzimmer und wieder zurück tragen zu müssen, zumal der Rückweg ja in voller Montur erfolgen musste. Diese einfache Aufgabe wäre aufgrund der Nervosität der beiden aber fast unlösbar geworden. In letzter Sekunde vor dem Losfahren ist es noch aufgefallen und korrigiert worden. 
Die Hochzeit reduziert auf das Wesentliche
Dann kam direkt der zweite Streich. Geplant war, dass der Moppel im Standsamt im Trauzimmer steht und das Schatzi von ihrem Vater hereingeführt wird. Allerdings waren das Schatzi und ihre Trauzeugin schon recht früh am Standesamt, es war weit und breit noch niemand zu sehen. Um das Auto zu parken (das ja nicht im Weg herumstehen konnte), musste das Schatzi aber vorher aussteigen. Und als sie gerade ausgestiegen war und sich noch nicht überlegt hatte, wo sie sich am besten verstecken könnte, kam der Moppel um die Ecke. Perfektes Timing. Verstecken unmöglich. Aber eigentlich war das gar nicht so schlecht. So konnten sie die Gäste vor dem Standesamt gemeinsam begrüßen, einander vorstellen und schließlich zusammen reingehen. „Heaven“ wurde natürlich trotzdem gespielt und war auch hierfür sehr passend.
 
Vor dem Standesamt

Im Standesamt gab es keine (größeren) Katastrophen. Ich durfte auf einem Stuhl auf dem Trautisch sitzen und das Kissen (das von der Schwester vom Moppel aus einem geblümten Taschentuch seiner Oma genäht wurde und sehr schön aussah) mit den Ringen halten.

Das Ringkissen vor der Trauung
So hatte ich die beiden gut im Blick, dass sie auch keinen Quatsch machen. Der Moppel hat natürlich trotzdem Grimassen gemacht und ist auch noch von der Fotografin damit verewigt worden. Aber so ist er halt und dafür mag ich ihn ja gerade.
 

Wenn man realisiert, dass man jetzt verheiratet ist…

Während des Ringtauschs kam dann die erste große Überraschung. Statt \“Stand by me\“ von der CD wurde plötzlich richtig gesungen. Moppels Schwester und zwei Freundinnen plus ein Mann haben \“Halleluja\“ angestimmt. Da ließen sich die Tränen natürlich nicht mehr aufhalten. Aber \“Stand by me\“ gab es trotzdem und zwar auch live von den drei Mädels im Anschluss an die Trauung draußen vor dem Standesamt. Ich fand es sogar fast noch schöner als das Original.
Die Sänger/-innen
Beim Auszug aus dem Standesamt gab es jedoch noch ein Ärgernis. Zunächst hatten ja alle noch im Trauzimmer gratuliert und waren nach draußen gegangen. Schatzi-Moppel und ich kamen nach einer kleinen Pause am Schluss. Wir drei kamen also nichtsahnend und freudestrahlend aus der Tür und die Stufen heruntergeschwebt, als uns plötzlich Reis traf. Und zwar nicht nur ein paar Körnchen, sondern Kochbeutelweise. 

Der tätliche Angriff

Der Moppel konnte mich gerade noch retten (ich finde, so gehört es sich auch), aber das Schatzi hat ziemlich viel abbekommen. Die war auch entsprechend sauer, insbesondere auch über den \“Nachschlag\“ von ihrem Onkel, der zu einem großen Teil in ihren Haaren (die kunstvolle und teure Frisur!) und in ihrem Ausschnitt landete. Aus den Haaren hat die Fotografin das meiste mit Hilfe einer Pinzette herausgeholt, der Rest wurde nach und nach herausgeschüttelt oder am nächsten Morgen im Bett gefunden.

  
Nach dem Reiswurf
Nach dem Standesamt, der Reis-Attacke und der kleinen Live-Performance haben wir dann Fotos gemacht: Mit Eltern, Geschwistern und Trauzeugen. Schließlich dann auch endlich nur zu dritt. Davon gibt es auch jede Menge tolle Fotos. Aus irgendeinem Grund wollten Schatzi-Moppel allerdings auch Fotos ohne mich machen. Das verstehe ich zwar bis heute nicht, aber ich durfte mich bei der Fotografin in einer gemütlichen Außentasche an ihrem Kleid ausruhen. Das war zwischendurch auch mal ganz in Ordnung. Nach den kleinen Ausruheinheiten konnte ich gleich noch etwas breiter lächeln. Und insgesamt war die Fotoquote auf der Hochzeit wirklich beachtlich. Man sollte öfter heiraten. Wobei, nein, die beiden möchte ich jetzt behalten. Dann muss es halt andere Fotoevents geben. Mir wird da sicher etwas einfallen.
Während der Feier
 Die Feier war auch toll. Ich durfte mehrere Freunde mitbringen (#TeamHochzeit) und wir haben die Fotos für das Gästebuch gerockt. Besonders der Krümel war total beliebt bei den Gästen und ist ständig fotografiert worden. Ob das nun am leckeren Kuchen lag oder daran, dass sich jeder mit ihm identifizieren kann, ist mir nicht so ganz klar. Fischi wurde auch oft ausgesucht, vermutlich dachten die alle, er wäre ich, dabei war ich als Grobi der Braut doch sehr gut zu erkennen in meinem schicken schwarzen Anzug. Beliebt war auch der Schlecki, der sich in letzter Sekunde noch ins Team Hochzeit reingequatscht hat. Das ist aber auch nur allzu verständlich. Wer möchte kein Foto, auf dem ein süßes schwarzes Schaf den Partner abschleckt?
Gästebuchfoto-Aktion
Während der Feier gab es noch zwei kleine \“Unglücke\“. Das eine war der Schnellzeichner, den Schatzi-Moppel engagiert hatten. Leider fiel den beiden erst eine ganze Weile später auf, dass dieser nicht zur vereinbarten Zeit erschienen war, weil natürlich niemand eine Uhr trug und man bei so einer Feier ja auch nicht unbedingt auf die Uhrzeit achtet (zumindest nicht am Nachmittag, wo noch voll viel Zeit für alles bleibt). Glücklicherweise wurde der Schnellzeichner aber gefunden – bei der zeitgleich stattfindenden Hochzeit im Nebensaal der Gaststätte. Er hatte sich dort einfach hingesetzt, niemanden angesprochen und zu malen begonnen. Das Brautpaar dachte vermutlich, er wäre ein Geschenk von einem der Gäste. Er wurde dann jedenfalls herüberbeordert und musste bei uns weitermalen. Und natürlich die Zeit nachsitzen, die er (bei uns) zu spät gekommen ist. Der Schnellzeichner war zwar ein typischer Künstler und deshalb ein ziemlich komischer Kauz (niemand wusste, ob er mit sich selbst spricht oder mit demjenigen, den er grad gemalt hat), aber es sind wirklich schöne Bilder entstanden und wir drei zusammen wurden sehr treffend verewigt. Das Bild hängt jetzt an einem Ehrenplatz im Wohnzimmer.
Original und Schnellzeichnung
 Für die letzte Pleiten-Pech-und-Pannen-Aktion war das Schatzi zuständig. Sie hat das auch wirklich gut gemacht. Sie hatte sich extra einen Wurfstrauß bestellt, um ihren Brautstrauß nach der Hochzeit behalten zu können. Zu vorgerückter Abendstunde wurden dann die verbliebenen ledigen Damen hinter dem Schatzi versammelt. Diese hat – natürlich – nicht bedacht, dass sie nicht unter freiem Himmel steht, sondern sich über ihr eine Saaldecke befindet und hat den Strauß in hohem Bogen nach hinten geworfen – oder besser werfen wollen – und dabei sehr gekonnt die Decke über sich getroffen, an der der Strauß abgeschmettert und zu Boden gefallen ist. Das hat einige Lacher gegeben, wie ihr euch vorstellen könnt. Das Schatzi hat ziemlich verdutzt aus der Wäsche – äh dem hübschen Kleid – geschaut und war ganz schön zerknirscht, was das Ganze noch lustiger gemacht hat. Der Strauß hat es aber größtenteils überstanden, wurde von einer unverheirateten Dame aufgehoben, die auch einige Zeit später ihren Heiratsantrag bekommen hat. Also sehen wir mal wieder: Ende gut, alles gut.
Oh, fast hätte ich noch was vergessen. Beim sorgfältig einstudierten und extra durch einen mühsamen Tanzkurs erlernten Eröffnungstanz hat der Moppel dem Schatzi auf die Frisur gehauen. Die Frisur war wirklich kunstvoll und mit vielen Haarklemmen, noch mehr Haarspray und etwas Reis befestigt, sodass selbst ein kleiner Hieb nichts daran ändern konnte, aber das Schatzi war so erschreckt, dass sie erstmal eine Weile testfühlen musste, ob alles nach dran ist. Für den kleinen blauen Beobachter war das natürlich sehr lustig anzusehen.
Die Eheringe
 Die Auswahl des richtigen Songs hat übrigens auch eine Weile gedauert. Zunächst sollte es \“I got you babe\“ von Sunny und Cher sein, ein Song, der wirklich toll gepasst hätte, aber der Rhythmus war einfach viel zu schnell, insbesondere um ihn in einem ausladenden Kleid zu tanzen. Letztendlich wurde es dann „Kiss from a rose“ von Seal, was ich auch eine hervorragende Wahl fand.
Am Ende des Hochzeitsfestes ist schließlich noch Borsti aufgetaucht, davon habe ich euch ja schon berichtet. Er trägt auch den Beinamen Hochzeitsschwein und wird die Kuschelrunde immer an diesen denkwürdigen Tag erinnern.

Was bleibt


Zur Erinnerung gibt es natürlich nicht nur zahlreiche und wirklich einmal ausreichend viele Fotos, sondern auch ein liebevoll gestaltetes Gästebuch und einen \“Grobi-Baum\“. Ihr kennt ja sicher alle diese Hochzeits-Fingerabdruck-Bäumchen, die die Gäste gestalten. Moppels Schwester hatte so etwas mit mir als \“Baum\“ vorbereitet. Die Aufgabe war eigentlich denkbar leicht: Man sollte mit blauer Farbe seinen Fingerabdruck in den Grobi-Umriss machen und neben dem Umriss unterschreiben. Leider hat das nicht bei allen geklappt und so gibt es eben auch Unterschriften im Umriss und Fingerabdrücke daneben. Irgendwie habe ich auf diese Weise auch Ohren bekommen. Seit wann haben denn Grobis Ohren??? Da muss wohl der eine oder andere noch mal ein paar Sesamstraßen-Folgen schauen.
Der Fingerabdruck-Grobi

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