Der Inhalt des Embargos
Wie schon erwähnt, musste ich ein Kuscheltier-Embargo verhängen. Versteht mich nicht falsch. Am liebsten würde ich sie alle retten und auf meiner Couch haben. Aber wenn man zu viele Freunde hat, wird es irgendwann unübersichtlich und man kann nicht mehr jedem so viel Aufmerksamkeit schenken, wie er es verdient hätte. Das ist eine Schwierigkeit, der nur begegnet werden konnte, in dem ein Kuscheltier-Embargo verhängt wurde.
Der intellektuelle Leser wird jetzt einwenden, dass \“Embargo\“ nicht das richtige Wort ist, denn ein Embargo ist \“…die Unterbindung des Exports und Imports von Waren oder Rohstoffen in ein bzw. aus einem bestimmten Land\“. Da hier aber nur der Import beschränkt ist, handelt es sich richtigerweise eher um ein Importverbot. Das Wort Embargo gefällt mir aber so gut, dass ich es nun eben verwende.
Dieses Embargo besagt jedenfalls, dass keine Kuscheltiere mehr gekauft werden dürfen. Nachgelaufene oder geschenkte Kuscheltiere wie Borsti und Robbie zählen also eigentlich nicht dazu. Auch Raffi, der aus dem alten Zimmer vom Schatzi in Thüringen errettet und dem Pieti geschenkt wurde, hat ein solches Schlupfloch gefunden. Trotzdem musste ich hier mal wieder ein bisschen maßregelnd darauf hinweisen, dass nun aber Schluss sein muss. Sonst nehmen sie nachher jedes dahergelaufene Kuscheltier bei sich auf und behaupten, sie könnten nichts dafür. Bei Schatzi-Moppel muss man echt gut aufpassen, welche Schlupfwinkel sie sich suchen, um neue Kuscheltiere anzuschleppen. Klar sind die alle voll niedlich, aber was zu viel ist, ist nun mal zu viel.
Die Anfänge der Kuschelrunde
Es ist nämlich echt erstaunlich, wie diese Kuschelrunde angewachsen ist. Damals, als ich noch mit dem Fant allein war, war das ja schon manchmal etwas langweilig. Wir haben uns zwar den ganzen Tag Geschichten erzählt, aber irgendwann sind selbst mir keine mehr eingefallen. Und ich bin quasi Kapitän Blau-Grobi. Ja, und auch der Fant kannte nur eine begrenzte Anzahl an Geschichten, denn er saß ja immer nur auf seiner Couch und hat außer mir und Schatzi-Moppel niemanden gesehen. Und was die beiden angestellt haben, habe ich ja selbst im Normalfall live miterlebt, sodass mir der Fant das eigentlich nicht erzählen musste.
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| Dere Fant und ich |
Noch in der eigenen kleinen Wohnung vom Schatzi in Stuttgart-Feuerbach (wo sie immerhin ein Dreivierteljahr gewohnt hat) kamen nacheinander einige Kuschelfreunde dazu: Zunächst Fischi, Bibo, Elmo und Krümel im erwähnten 4er Pack. Fischi wurde ja als Ersatz-Grobi bestellt und da es ihn nur zusammen in einem Pack mit den anderen dreien gab, kamen die halt mit. Da konnte das Schatzi einfach nicht wiederstehen. Wie schon erwähnt, sieht der Fischi ganz anders aus als ich, trotzdem haben wir ihn gleich liebgewonnen, wie er so traurig aus der (nicht vorhandenen) Wäsche schaut und immer ein wenig verängstigt von der großen weiten Welt wirkt. Einfach süß.
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| Fischi und ich |
Rasanter Zuwachs
Nach dem Vierer-Sesamstraßen-Einzug wurden Kuschel und das Bienchen \“gefunden\“. Das Schatzi hat vor dem Umzug in die gemeinsame Wohnung ihren Krimskrams zusammen gepackt und beide in irgendwelchen dekorativen Kisten gefunden. Beide wurden daher aufgenommen und getröstet. Ungefähr zu dieser Zeit muss auch mein Bettchen bestellt und geliefert worden sein. Es war schon eine schöne Vorstellung, nachts mit bei Schatzi-Moppel im Schlafzimmer zu sein, aber alleine in meinem Bettchen? In das große Bett durfte ich nachts nicht, damit mich nicht versehentlich jemand im Schlaf überrollt. Viel zu gefährlich. Aber so konnte ich gleich ein Kuscheltier mit ins (eigene) Bettchen nehmen und war nicht alleine.
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| Die kleine Runde vor dem Umzug |
Kurz vor dem Umzug kamen Wauzi und Knuffi dazu, etwas später auch Oscar. Sie wurden – soweit ich mich erinnere – beim Auf- und Ausräumen der langjährigen WG vom Moppel mit seinem Mitbewohner im Rheinland, den ich den „Couchschlumpf“ genannt habe, gefunden. Der Couchschlumpf war der jahrelange Mitbewohner, bester Freund und schließlich auch Trauzeuge vom Moppel, der nun in seiner eigenen Höhle auf einer anderen Couch wohnt. Ich werde später noch ein bisschen von ihm berichten. Die drei erwähnten Kuschlis haben jedenfalls einiges durchgemacht (was aber nicht die Schuld vom Couchschlumpf war) und waren froh, endlich in einer angenehmen Umgebung leben zu können. Mit den dreien kam auch richtig Leben in die Bude. Besonders Knuffi braucht seinen regelmäßigen Auslauf und tobt sehr gerne über die Couch. Wir haben versucht, ihm \“Pfötchen\“ geben beizubringen, aber irgendwie hält er immer seine großen Segelohren hin, weshalb wir schließlich nach einer unergiebigen Trainingsphase \“Öhrchen\“ daraus gemacht haben. Das klappt nun so gut, dass das Training eingestellt werden konnte.
Wir sind dann also alle zusammen in die neue gemeinsame und viel größere Wohnung von Schatzi-Moppel umgezogen. Der Fant durfte sogar im Umzugswagen vorn sitzen und rausschauen. Wir anderen waren in einer Kiste verpackt und hatten eine lustige, schaukelnde Fahrt im Heck des Wagens. Wir haben uns aber gegenseitig gepolstert und es war schon eine sehr plüschige Höhle, die man eigentlich nur ungern verlassen wollte. Aber draußen haben neue Abenteuer auf uns gewartet, also mussten wir heraus und die neue Wohnung erkunden und in Beschlag nehmen.
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| Noch ein Klassiker |
Beim Umzug sind auch einige weitere Kuscheltiere vom Moppel aufgetaucht. Hier sind z.B. Toad, der Pilz von Mario, Scrat, das Säbelzahn-Eichhörnchen aus Ice Age und Chef und Kenny aus South Park zu nennen. Diese wurde im Wohnzimmer in den umliegenden Regalen verteilt, von wo sie heimlich an den Geschehnissen auf der Couch teilnehmen.
Zuwachs aus der Kuscheltier-Schublade und dem Rheinland
Eine Weile nach dem Umzug wurden Emil und Plups aus der Kuscheltier-Schublade befreit. Diese befindet sich im Gästezimmer am Gästebett und beherbergt sämtliche alten Kuscheltiere vom Schatzi, von denen sie sich nicht trennen kann. Diese sind in der Umzugskiste mit uns gereist, wurden aber nicht auf die Couch gesetzt, sondern in dieser Schublade zum gegenseitigen Kuscheln verstaut. Zum richtigen Verständnis: Diese vielen Kuscheltiere gab es also schon, sie wurden aber vor uns versteckt. Der Moppel fand jedenfalls Emil und Plups aber so süß (zu Recht!), dass er sie mit auf die Couch gebracht hat. Eine wirklich gute Wahl, denn sie haben die Kuschelrunde nachhaltig positiv verstärkt. Aus dieser Kuscheltierschublade stammt auch das Äffchen, aber ich kann mich nicht mehr so richtig erinnern, wann es zu uns auf die Couch gekommen ist. Gefühlt war es schon immer da.
Als nächstes kamen die aus dem Kleiderschrank erretteten Glühwürmchen Billy und Billine dazu. Wir haben eine Weile gebraucht, um sie aufzupäppeln. Zum einen waren sie in einer Art Winterschlaf gefangen und haben doch etwas Zeit benötigt, um diesen Dornröschenschlaf zu verlassen. Hierzu waren ganz schön viele Knutscher und Herzchenhiebe vom Kuschel notwendig. Außerdem waren sie verstaubt und dreckig, weshalb sie erstmal ordentlich gewaschen (ihhh) und aufgefrischt werden mussten. Der Billy hat durch diese Prozedur leider seinen Vollbart verloren und trägt jetzt einen feschen Drei-Tage-Bart, der ihm aber auch sehr gut steht.
Einige Holländer
Kurz danach folgte das Schäfchen, welches – wie erwähnt – im ersten Holland-Urlaub gekauft wurde. Es hat nicht lange gedauert, bis es sich mit dem Plups angefreundet und schließlich in ihn verliebt hat. Nach dem Anschluss von Emil und etwas später dem Zugang von Pünktchen ist die Familie Plups nun komplett.
Anschließend folgten dann also Borsti, das Hochzeitsschwein, und Roooul. Damit ist die Kuschelrunde jetzt wirklich auf eine Größe angewachsen, die den Platz einer ganzen Person einnimmt. Wenn mal Besuch kommt und wir diesen Platz auf der Couch räumen müssen, ist das immer ein nicht zu verachtender Aufwand. Glücklicherweise kommt das nicht so oft vor, obwohl ich Besuch eigentlich mag, denn er bringt oft schöne Geschichten und Fotos (wenn auch – totaly wrong – ohne Grobis) mit und manchmal Knabberkram für Schatzi-Moppel und den Krümel, aber ständig den Fant zu verrücken, tut ihm nicht gut. Der Fant ist ein Gewohnheitstier und braucht seinen angestammten Platz für sein Wohlbefinden.
Jetzt ist Schluss!
Trotz allem muss jetzt jedenfalls Schluss sein. Sonst kenne ich nachher gar nicht alle richtig oder ich habe nicht genug Zeit, um mit jeden ausgiebig zu knuddeln und zu quatschen. Also müssen Schatzi-Moppel ihre Kuscheltier-Gelüste ein wenig zurückfahren und einfach mal die kuscheln, die da sind. Das sind ja schließlich genug. Nach dem verhängten Kuscheltier-Embargo haben sich wie erwähnt noch Raffi und Robbie eingeschlichen. Die sind aber so klein, dass sie im Grunde nicht ins Gewicht fallen und von mir ohne weiteres Murren akzeptiert wurden. Ich bin mal gespannt, wie lange der aktuelle Stand anhält bzw. wann das nächste Kuscheltier gerettet wird oder nachgelaufen kommt.








