Das tägliche Einschlafritual

Ich, die Zahnfee

Man kennt das ja schon von kleinen Kindern: Einschlafen ist manchmal echt schwierig. Deshalb habe ich mit Schatzi-Moppel ein Einschlafritual entwickelt. Es beginnt schon auf der Couch, um die Schlafphase frühzeitig einzuläuten. Zunächst schicke ich beide nacheinander mit einem deutlichen und keinen Widerspruch duldenden \“Zäääähneputzen\“ ins Bad. Wir und besonders der Moppel wissen ja schon von Bert: \“Sind euch eure Zähne etwas wert, dann putzt sie täglich. Euer Bert\“. Dieser Spruch-Aufkleber hängt immer noch bei Moppels Eltern im Bad. Ich bin ja dafür, dass so ein Aufkleber auch in unserem Bad angebracht wird, aber ich befürchte, sowas gibt es gar nicht mehr.
Während das Schatzi beim Zähneputzen – und was Frauen sonst noch so im Bad tun – ist, wähle ich mit dem Moppel einen Kuschelpartner für die Nacht aus. Für mich versteht sich, nicht für ihn. Er hat dafür das Schatzi und darf sie auch nicht austauschen. Ich dagegen nehme immer jemanden anders aus der Kuschelbande mit, der nachts auf den Kuschel aufpasst und mit mir knuddeln darf. Der einzige, der nie mitkommt, ist der Fant. Der ist einfach zu groß für mein Bettchen. Außerdem muss er auf die Kuschlis aufpassen, die auf dem Sofa schlafen. Das muss schließlich auch jemand machen.

Meine Kuschelrunde

Mein Bettchen

Und bevor jetzt jemand fragt: Ja, ich habe ein eigenes kleines Bettchen. Es steht im Schlafzimmer von Schatzi-Moppel am Kopfende vom großen Bettchen, hat eine Decke und seit der Hochzeit zwei Kissen (ich habe das Ringkissen, von dem ich euch anderer Stelle schon berichtet habe, bekommen). Außerdem hat es hölzerne Gitterstäbe, damit der Kuschel nachts nicht wegläuft. Der Kuschel ist nämlich ein kleiner Ausbüchser. Da muss man gut aufpassen. Da ich aber meinen Schönheitsschlaf brauche und die mitgenommenen Kuschelpartner auch immer irgendwann einschlafen, ist es so besser. Auf Ausflüge nehme ich das Bettchen natürlich nicht mit. Dafür habe ich einen Schlafsack mit bunten Eulen drauf. In den Schlafsack passen aber nur der Kuschel und ich und vielleicht jemand, der klein ist und den ich ganz besonders gerne mag (so wie Bibo)

Mein Bettchen im Schlafzimmer von Schatzi-Moppel

Während dann der Moppel im Bad ist, wärmen das Schatzi und ich schon mal das Bett an. Manchmal läuft das Schatzi auch noch in der Wohnung herum, erledigt irgendwelche Kleinigkeiten und legt sich in der Sekunde ins Bett, bevor der Moppel aus dem Bad kommt. Sie tut dann immer so, als hätte sie schon die ganze Zeit dagelegen und mit mir gekuschelt. Ich glaube, der Moppel hat das aber inzwischen durchschaut.

Schlafzimmerdeko

Danach wird noch ein bisschen zusammen im großen Bettchen gekuschelt und erzählt. Dabei wachen die beiden immer nochmal richtig auf und müssen mir alles erzählen, was tagsüber so los war. Das weiß ich zwar alles schon vom Grobi-Fon, aber ich schaffe es immer, überrascht zu tun und aufmerksam zuzuhören (oder zumindest den Anschein zu erwecken). Außerdem sind die Kuscheleinheiten aus dieser Zeit besonders wichtig für die beiden. Naja, für mich auch, aber das könnt ihr euch ja denken. Irgendwie werden Schatzi-Moppel durch diese Mischung aus quatschen und knuddeln müde und sind bereit für den Schlaf.

Das Ringkissen, das ich nun als Kopfkissen habe

Gute Nacht  

Wenn es soweit ist, werden Kuschel, mein jeweils ausgewählter Kuschel-Aufpass- und Knuddel-Partner für die Nacht und ich in mein Bettchen gelegt. Das macht normalerweise das Schatzi, inzwischen aber auch immer öfter der Moppel. Beide sind aber auf eine gleiche Vorgehensweise bedacht. Ordnung und eine verlässliche Routine müssen schon sein. Danach kuscheln Schatzi-Moppel sich zusammen. Früher hatten sie nur eine Decke und ein Kissen, aber die Zeiten sind vorbei. Der Moppel ist schon sehr einnehmend, rafft im Laufe der Nacht Kissen und Decke um sich und unter sich zusammen und das Schatzi will einfach nachts nicht immer frieren. Nach dem Zusammenkuscheln zwickt der Moppel (das ist optional) und kitzelt (das nicht, siehe Handbuch) das Schatzi, bis er einschläft und sie liegt dann wach. Der Moppel sagt immer, in jeder Beziehung gebe es einen, der schläft. Das ist eindeutig er. Das Schatzi schläft auch manchmal, aber das ist eher ungewöhnlich.
Mit Kuschel im Schlafsack unterwegs
Ich hoffe immer, dass die beiden von mir träumen und dann morgens erzählen, was für tolle Abenteuer sie mit mir (oder ich mit ihnen) erlebt haben, aber leider kommt das viel seltener vor, als man erwarten oder sich wünschen könnte. Was aber doch etwas häufiger passiert, ist, dass der Moppel im Schlaf etwas erzählt (das Schatzi weiß aber morgens nie, was er gesagt hat – ich denke ja, dass er nach mir ruft) oder versucht, das Schatzi aus dem Bett zu drängen.
 

Guten Morgen

Nach einer mehr oder weniger erholsamen Nacht (je nach Person – ich schlafe immer sehr erholsam) klingelt leider irgendwann der Wecker und wir müssen aufstehen. Seit Weihnachten haben Schatzi-Moppel einen \“Naturwecker\“: Er wird ab einer halben Stunde vor der Weckzeit immer heller und der Weckton ist schließlich Vogelzwitschern, insbesondere ein Uhu. In den ersten Nächten war das Schatzi immer bereits nach 5 Minuten Licht wach und hat die restlichen 25 Minuten auf den Uhu gewartet. Um dies zu umgehen, trägt sie jetzt immer eine Batman-Schlafmaske, dadurch ist sie dann erst kurz vor dem Uhu wach, wenn die Vögel draußen Krach machen.
#TeamAusflug (nicht alle passen in den Schlafsack)
Morgens gibt es natürlich auch ein Ritual. Wenn der Uhu sich gemeldet hat, wehrt sich das Schatzi immer gegen das Aufstehen und versucht, die unvermeidliche Aufgabe herauszuzögern oder auf andere abzuwälzen, aber damit ist sie noch nie durchgekommen. Ich schicke sie mit einem energischen \“Duschen gehen\“ ins Bad. Meist versucht sie dann nochmal, sich darum zu drücken, aber da hat sie keine Chance. Ihr Vorschlag, dass ich duschen gehe, wird selbstverständlich rundheraus abgelehnt. Bevor sie schließlich aufsteht, holt sie uns aber noch aus dem kleinen Bettchen ins große Bettchen und während sie duscht, kuscheln wir den Moppel wach. Der Kuschel haut ihm ausgiebig das Herzchen auf die Nase, bis er freiwillig aufsteht. Das natürlich erst, wenn das Schatzi aus dem Bad zurück ist. Jede Kuschelminute muss schließlich genutzt werden.
Wenn der Moppel auch aufgestanden ist, genießen wir immer noch ein paar Minuten ganz allein im großen Bettchen, kuscheln auf dem Kissen vom Schatzi, während der Kuschel auf dem Bett herumhüpft, bis wir dann hinüber zur Kuschelbande auf der Couch getragen werden und ein neuer Tag beginnt. Dieser startet, wenn Schatzi-Moppel das Haus verlassen haben, für gewöhnlich mit einem Morgen-Nickerchen, geht über in den Mittagsschlaf und endet mit einem weiteren Nickerchen am Nachmittag. Schließlich brauche ich viel Schönheitsschlaf und muss vorschlafen für Ausflüge und Urlaube, bei denen durch die Aufregung und die vielen Fotos wenig Zeit zum Schlafen und Erholen bleibt. Okay, wir schlafen natürlich nicht den ganzen Tag, was wir sonst noch so machen, verrate ich später.
Gutes Lebensmotto

Hinterlasse einen Kommentar