Pssst! Wir müssen leise sein. Die anderen schlafen noch. Aber das Schatzi war natürlich wieder früher wach, allerdings erst um 5 (= 11 Uhr). Trotzdem haben wir beschlossen, die Zeit und den Platz im Hotelzimmer zu nutzen, haben uns rausgeschlichen und ins zweite Schlafzimmer verzogen, um euch vom gestrigen Tag zu erzählen. Es war so aufregend!
Zunächst mussten Schatzi-Moppel gemeinsam das Duschrätsel lösen, denn das Schatzi hat es nicht allein geschafft, eine erträgliche Wassertemperatur einzustellen. Dass das Wasser auch von oben über dem Hahn aus einer Düse kann, hat die Sache zusätzlich erschwert. Irgendwann haben sie es aber herausgefunden, beide geduscht und um kurz nach 7 ging es los. Auf dem Weg zu unserer T-Haltestelle wurde erstmal ein Starbucks für ein erstes Frühstück aufgesucht. Danach sind wir mit unserer Green Line bis Gouvernment Center gefahren, wo der Beginn des Freedom Trail ist. Wir haben uns ein Info Heftchen mitgenommen und unsere Entdeckungsreise begonnen. Da das Einfügen der Fotos auf dem Tablet recht schwierig ist und Bildunterschriften kompliziert sind, zeige ich euch die Bilder alle ohne Untertitel. Falls ihr Fragen zu einzelnen Fotos habt, meldet euch gerne.
Der Startpunkt, wenn man so will, ist das Visitor Center im Boston Common, einem großen Park mit vielen Eichhörnchen. Von dort geht man zum Massachusetts State House, ein Gebäude aus dem Jahr 1798 mit einer goldenen Kuppel, in dem heute noch die Regierung sitzt. Ziemlich beeindruckend.
Der nächste Punkt ist eigentlich die Park Street Church, aber da wurde gerade die Fassade renoviert (Story of my life), sodass wir diese nicht fotografiert haben.
Stattdessen haben wir den Granary Burying Ground besucht, ein Friedhof, auf dem einige bedeutende amerikanische Persönlichkeiten liegen, so z.B. die Eltern von Benjamin Franklin, Paul Revere himself, Samuel Adams und die Opfer vom Boston Massacre. Die Gräber sind zum Teil hunderte Jahre alt und eine Gänsehaut ließ sich nicht vermeiden.
Direkt danach ging es weiter mit der King\’s Chapel und ihrem Friedhof. Die Kirche stammt aus dem Jahr 1686. Auf dem Friedhof liegen weitere Persönlichkeiten, aber inzwischen war uns das zu gruselig und wir sind schnell weiter gezogen.
Hinter der Kirche, vor dem Old City House, steht eine Statue von Benjamin Franklin und ein klein wenig entfernt eine Statue von einem Esel.
Den nächsten Punkt, den Old Corner Bookstore, haben wir irgendwie verpasst, vermutlich war er hinter uns, als wir die Straße überquert haben. Für die frühe Uhrzeit (immerhin noch vor 9 Uhr) war nämlich sehr viel Verkehr, vermutlich die normale Rush Hour. Im nachfolgenden zweiten Foto das Haus an der Ecke ist es.
Auf der anderen Straßenseite war außerdem ein Supermarkt, der schnell für einen kleinen Einkauf aufgesucht wurde, und direkt gegenüber das Old South Meeting House. Hier begann im Jahr 1773 der Protest gegen die Teesteuer und damit die Boston Tea Party.
Nicht weniger geschichtlich ging es weiter zum Old State House, das im Jahr 1713 erbaut wurde und das Zentrum vieler Schlüssel-Events der amerikanischen Revolution war, z.B. wurde hier das erste Mal die Declaration of Independence (die Unabhängigkeitserklärung) vorgelesen.
Die anschließende Boston Massacre Site, eine Platte im Boden, haben wir irgendwie übersehen. Nicht zu übersehen war dagegen die Faneuil Hall, erbaut im Jahr 1741 als erster öffentlicher Versammlungsort, wird er auch als “Home of the free speach“ (Heimat der freien Rede) und “cradle of liberty“ (Wiege der Freiheit) bezeichnet. Hinter der Faneuil Hall liegen drei Markthallen, in denen um diese Zeit aber noch nicht viel los war.
Danach führte uns der Freedom Trail an Bostons Nr. 1 Irish Pub vorbei, der später noch wichtig werden würde. Danach liefen wir eine Weile ohne auf der Karte genannte Highlights weiter, entdeckten dabei aber einen schönen Park und kamen schließlich ins italienische Viertel.
Hier steht das Paul Revere House, das leider nicht besonders hübsch war und auf dem Foto gar nicht gewirkt hat. Stattdessen seht ihr Fotos einer coolen Statue und von Unterwegs-Eindrücken.
Schöner war da schon die St. Stephan\’s Church und die gegenüber liegende Paul Revere Mall.
Direkt dahinter lag die Old North Church, die auch ein wichtiger Ort der amerikanischen Revolution war.
Auf den nicht weit entfernten Friedhof Copp\’s Hill Burying Ground haben wir nur einen kurzen Blick geworfen und den Weg gleich fortgesetzt. Friedhöfe hatten wir echt schon genug.
Am Charles River angekommen, fiel uns zuerst das Converse Gebäude auf. In einem Cafe unweit davon haben wir eine Pause gemacht, dann kurz in den Laden geschaut und haben schließlich den Charles River über die Charlestown Bridge überquert.
Aufgrund der Baustelle auf der “richtigen“ Straßenseite waren wir auf der anderen geblieben und kamen dadurch in den Paul Revere Park, den wir aber nur kurz gestreift haben.
Durch eine Unterführung sind wir wieder auf die richtige Seite gewechselt und haben den Weg durch den City Square Park fortgesetzt.
Danach kamen wir zum Training Field mit großer Statue. Von hier konnte man schon das Bunker Hill Monument sehen.
Zu diesem Monument sind wir dann auch direkt gegangen. An der Stelle, wo jetzt das Monument steht, fand die erste große Schlacht der Amerikanischen Revolution statt.
Davor steht auch eine tolle Statue.
Nach einem kurzen Umsehen ging es direkt weiter zur USS Constituion, einem ziemlich alten Schiff (1797). Das sah schon sehr beeindruckend aus. Wir durften sogar unter Deck und die Kanonen anschauen.
Danach war der Freedom Trail zu Ende. Inzwischen war es kurz vor 13 Uhr und wir haben ein paar Minuten am Hafen auf das nächste Shuttleboot gewartet. Dieses brachte uns dann quer übers Wasser zum Aquarium.
Das haben wir allerdings ignoriert, denn dafür hatten wir keine Zeit und zu schönes Wetter. Vielmehr sind wir querfeldein durch die Straßen gelaufen, um zum Irisch Pub zu kommen.
Hier haben sich Schatzi-Moppel erstmal mit Shepherds Pie, Burger und Bier gestärkt.
Danach ging es zurück zum Boston Common. Auf dem Weg sind wir an der Rückseite vom Massachusetts State House vorbeigekommen, die auch sehr schön war.
Quer durch den Boston Common sind wir in den Public Garden gelangt.
Ziemlich am Anfang befindet sich eine Gruppe mit Bronzeskulpturen: eine Entenfamilie (“Make way for ducklings“). Während wir hierauf Fotos gemacht haben, waren wir selbst eine kleine Attraktion.
Der Weg führte uns vorbei am See und über eine Brücke und schließlich zur Boylston Street.
In dieser Straße im Gebäude mit der Hausnummer 500 befindet sich die Kanzlei von Denny Crane, unserem Lieblingsanwalt aus Boston Legal. Eigens hierfür war ja auch Basti als Boston Igel mitgekommen.
Danach haben wir noch die Bibliothek, einen kleinen Park und unbekannte Kirchen fotografiert und sind dann in die T gehüpft und ins Hotel gefahren.
Hier wurde eine längere Verschnaufpause eingelegt, bevor es schließlich zum Baseball ging. Der Fenway Park liegt ja unweit unseres Hotels, weshalb ein Besuch quasi Pflicht war. Draußen war die totale Party und die Stimmung hat uns direkt mitgerissen.
Nach einer Weile haben wir unsere Plätze gesucht und kurz darauf begann das Spiel. Die Red Sox gegen Houston Astros. Es war zugegebenermaßen ziemlich langweilig, Houston klar besser und mit der Zeit richtig kalt, weshalb wir nach über 2 Stunden (5 von 9 Innings) den Heimweg angetreten sind.
Im Hotelzimmer haben wir im Fernsehen den Rest des Spiels verfolgt und sind erst nach 22 Uhr schlafen gegangen. Inzwischen ist es kurz nach 8 Uhr und der Moppel ist gerade erst aufgestanden. Armes Schatzi, aber sie kriegt heute sicher ein bisschen Auto-Schlummi.









