Buchrezension: Annie Laine – Love in every detail

Okay, meine eigene Teenie-Zeit ist schon eeetwas länger her, aber Coming-of-Age-Romane gehen doch eigentlich immer, oder? Ich war auf jeden Fall gespannt, inwiefern sich dieses Genre in den letzten *hust* 25 Jahren verändert hat und hab mich super-neugierig für ein Rezi-Exemplar gemeldet. Und natürlich genauso neugierig angefangen es zu gelesen.

Darum geht’s

Zwar ist Ella in der Schule für ihr aufbrausendes Temperament bekannt, aber diesmal könnte ihre Strafe nicht schlimmer aussehen: Ausgerechnet sie soll bei der Planung des Winterballs helfen. Als wäre eine weitere Gruppenarbeit nicht schlimm genug, besteht das Komitee bisher aus einer einzigen Person. Der liebenswürdigen, hilfsbereiten, perfekten Holly, die stets ein zu süßes Lächeln auf den Lippen trägt und Ella mit ihrer guten Laune zur Weißglut treibt.

Doch zwischen langen Tabellen, pinken Planungsordnern und jeder Menge gemeinsamer Zeit fängt selbst Ellas Herz an, zu schmelzen. Und als sie hinter Hollys perfekte Fassade zu blicken beginnt, kann sie ihr Herzklopfen nicht länger leugnen …

Mein Fazit

Der flüssige und lockere Schreibstil, der gut zur Gedanken- und Gefühlswelt einer 16-Jährigen passt, hat mir den Einstieg leicht gemacht. Ehe man sich versieht, ist man mittendrin im Hausaufgabenstress, Familienzirkus, Strafarbeiten, pubertärem Gezicke und der Frage nach dem eigenen Standpunkt, der sich im Teenager-Alter durchaus immer wieder verschieben kann.

Eine spannende Zeit, die Ella durchmacht, und dann ist da Holly. Die viel zu perfekte, viel zu beliebte und immer lächelnde Holly, die Ella von grundauf nicht leiden kann. Wie ihre Abwehrhaltung mit der Zeit Risse bekommt und sich die beiden Mädchen nach und nach näher kommen, ist unfassbar süß und spannend, weshalb ich das Buch in jeder freien Minute zur Hand genommen habe.

Was mich neben der Tatsache, dass „Love in every detail“ mein erster Roman mit lesbischen Protagonistinnen war, besonders gefreut hat, war die Einbindung so vieler verschiedener Facetten des Pride-Spektrums, die sich vollkommen normal und passend angefühlt hat.

Ich hätte mir gewünscht, dass es solche Romane schon in meiner Jugend gegeben hätte, um schon damals zu sehen, dass es ganz normal ist, wenn zwei Mädchen (oder zwei Jungs) sich küssen. Oder um zu verstehen, was ace und nicht-binär bedeutet. Aber das war eine andere Zeit und ich bin froh, dass es inzwischen endlich Teenie-Romane gibt, die diese Themen ganz natürlich aufgreifen und verarbeiten.

„Love in every detail“ ist eine wunderbare Geschichte, die nicht nur mein nostalgisches Teenie-Herz erwärmt hat, sondern auch das der erwachsenen Frau, die ich inzwischen bin (Huch!?). Klare Leseempfehlung für jedes Alter.

⭐⭐⭐⭐⭐

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