Buchrezension: Alicia Zett – Die „Liebe Ist“-Trilogie

Für den diesjährigen Pride Month hatte ich mir eine richtige schöne Leseaufgabe ausgesucht: Die „Liebe Ist“-Triologie, die es im Mai vergünstigt als eBook zu kaufen gab. Klar, dem Schulalltag bin ich schon eine Weile entwachsen, aber bei „Love in every detail“ hatte ich ja kürzlich schon festgestellt, dass ich diese Themen immer noch interessant finde und in meiner Jugend gerne mehr Bücher dieser Art gelesen hätte.

Teil 1: Wie Wellen im Sturm

Darum geht’s

Die 16-jährige Louise hat das Gefühl, nicht dazuzugehören. In der Schule verbringt sie die Pausen meist allein, und in ihrer Freizeit flüchtet sie sich in ihre Fantasy-Geschichten, denn Schreiben ist Louises größte Leidenschaft. Als sie durch ihre Schriftstellerei ein Stipendium für das renommierte Internat Schloss Mare an der Nordseeküste erhält, steht ihr Leben plötzlich Kopf. Im Fußballteam des Internats findet sie schnell Anschluss, und zum ersten Mal fühlt sich Lou angenommen. Nur aus Kapitänin Mika wird sie nicht richtig schlau. Umso verwirrter ist Lou, als sie bemerkt, dass ihre wachsenden Gefühle für Mika weitaus mehr als nur freundschaftlich sind …

(Buchbeschreibung von Amazon)

Mein Fazit

Der erste Teil hat mich von Anfang an total mitgerissen. Mit Louise konnte ich mich häufig identifizieren und mein Vergangenheits-Ich hat oft applaudiert, weil endlich mal jemand Probleme erfasst hat, die sonst nie thematisiert werden, zB dass man alles zu laut findet oder das Parfüm einer anderen Person nicht erträgt.

Ich mochte sämtliche Charaktere und deren Entwicklung, die Story an sich und nicht zuletzt das Ende. Die vielen queeren Personen fühlen sich passend an und zeigen, wie viele Facetten es auch im LGBTQIA+-Bereich gibt.

Das Buch ist rund, tiefgründig und definitiv ein Buch, das ich gerne in meiner Jugend gelesen hätte.

Teil 2: Wie Melodien im Wind

Darum geht’s

Toni und Lukas sind schon lange ineinander verliebt. Das wissen alle auf Schloss Mare, dem Elite-Internat an der Nordseeküste. Doch die beiden kommen aus unterschiedlichen Welten, was ihre Liebe eigentlich unmöglich macht: Lukas ist ein Spross des dänischen Königshauses. Toni hingegen spricht selbst mit ihren besten Freundinnen nicht über ihre schwierigen familiären Verhältnisse und versteckt sich hinter einer sorgfältig errichteten Fassade. Wenn ihr zu Hause alles zu viel wird, flüchtet sie sich in ihre Liebe zum Fußball oder in die Musik. Als der Schlagzeuger der Internatsband ausfällt, bietet Lukas Toni den Platz an. Und von jetzt auf gleich verbringen die beiden immer mehr Zeit zusammen.

(Buchbeschreibung von Amazon)

Mein Fazit

Im zweiten Teil der Reihe treten die queeren Themen ein wenig in den Hintergrund, passen hier aber gut als Nebenrolle zur Handlung, denn es zeigt: Queere Menschen und Beziehungen gibt es überall in unserem Alltag, manchmal verstecken sie sich nur aus unterschiedlichen Gründen.

Toni, um die es um zweiten Teil geht, fand ich auch in Band 1 schon großartig. Hinter ihre Fassade zu blicken, war daher super interessant. Die Geschichte, die sie mit sich herumträgt und eigentlich bei jedem Schritt belastet, ist wirklich heftig. Ich glaube, mir hätte das mit 17 den Boden unter den Füßen weggerissen. Doch Toni ist stark – viel stärker als sie selbst denkt und dass sie ihr Happy End mit Lukas bekommt, hat mich unheimlich gefreut.

Neben den beliebten Charakteren aus Band 1 mochte ich, wie das Thema Depression eines Elternteils aufgegriffen wird und welche Auswirkungen das auf die ganze Familie haben kann.

Teil 2 ist erneut tiefgründig, ohne sich schwer anzufühlen, und hat eine schöne Mischung aus allem, was ein gutes Buch ausmacht.

Teil 3: Wie Farben im Regen

Darum geht’s

Caro und Sam sind das Traumpaar am Internat Schloss Mare. Gemeinsam haben sie die Queer & Friends AG gegründet und spielen im Fußballteam. Am liebsten würde Caro für immer am Internat bleiben – doch nun steht das letzte Schuljahr an. Sie hat Angst, ihre Freund*innen zu verlieren, und auch Sam scheint ihr immer mehr zu entgleiten. Doch das hat einen Grund: Sam ist nicht die beliebte Stürmerin, für die ihn alle halten – sondern Samuel, der beliebte Stürmer. Als er es schafft, sich Caro anzuvertrauen, wirft das viele Fragen auf: Darf er nach wie vor im Fußballteam spielen? Wie outet man sich am besten vor Freund*innen und Verwandten? Und was bedeutet das für die beiden als Paar?

(Buchbeschreibung von Amazon)

Mein Fazit

Den dritten Teil erleben wir aus Sicht von Caro. Und nicht nur, dass das letzte Schuljahr ohnehin schwer auf ihr lastet, da sie nicht weiß, wie sie eine Zukunft ohne ihre Freund*innen und das stabile Umfeld des Internatsalltags packen soll. Nein, auch Caro’s Freundin Sam ist nach den Sommerferien verändert.

Schließlich erfahren wir, was Sam belastet und gehen zusammen auf die Reise von Sam zu Samuel. Es ist spannend, aber auch eine Achterbahn der Gefühle für alle Beteiligten. Und viel zu oft bleiben Caro’s Sorgen und Ängste dabei auf der Strecke.

Auch diesmal habe ich mitgefiebert und mitgelitten. Das letzte Schuljahr am Internat hat auch mich voll und ganz mitgerissen. Die queeren Themen standen zum Abschluss der Reihe wieder stark im Mittelpunkt und haben mir interessante Gedanken und Perspektiven eröffnet. Ein gelungener Abschluss dieser tollen Reihe.

Gesamtfazit der Reihe

Die Liebe-Ist-Reihe sollte dringend von möglichst vielen jungen Menschen gelesen werden, um zu merken, dass es völlig okay ist, wie man ist. Dass jede*r ein Päckchen zu tragen hat und sämtliche Formen von sexueller Identität und Orientierung in Ordnung sind. Meines Erachtens könnte das vielen helfen, den richtigen Platz im Leben zu finden.

Ich für meinen Teil hätte diese Bücher in meiner Jugend gerne gelesen, um meine damals beginnende Hochsensibilität, die depressiven Phasen oder die heimliche Schwärmerei für eine Lehrerin besser einordnen zu können.

⭐⭐⭐⭐⭐

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