My Hometown


Man muss wissen, wo man herkommt

Ich wurde in China geboren bzw. hergestellt. Ich sage das nicht ohne Stolz, denn das kann nicht jeder von sich behaupten. Fischi und Pieti stammen auch aus China und wurden vermutlich von denselben Kinderhänden hergestellt – und doch sehen wir alle drei anders aus. Auf völlig unterschiedliche Weise sind wir aber alle nach Stuttgart gelangt. Und hier wohnen wir nun zusammen.
Einfach mal blau machen
Nach meiner Geburt habe ich zunächst die beschwerliche Reise von China nach Deutschland angetreten. Während ich im schon erwähnten Zeeman darauf gewartet habe, dass mich jemand kauft, habe ich Deutsch gelernt. Ich habe meine (nicht vorhandenen) Ohren weit aufgesperrt und genau zugehört. Nach meinem Kauf in den ersten Jahren beim Schatzi habe ich weiter gelauscht und meine Kenntnisse verbessert. Inzwischen merkt niemand mehr, dass meine Muttersprache eigentlich Chinesisch ist. Das meiste davon habe ich ohnehin vergessen. Meine (verhältnismäßig kurze) Kindheit in Rostbratwurstaninen war also recht ruhig und lehrreich. 
Blick auf Stuttgart

Ode an die Freude

 
Dann kam im Jahr 2007 der Umzug nach Stuttgart und hier habe ich inzwischen die meiste Zeit meines Lebens verbracht, sodass ich Stuttgart als meine eigentliche Heimatstadt ansehe. Ich bin heute noch froh, dass das Schatzi mich überhaupt mitgenommen hat. Die in ihrem alten Zimmer verbliebenen Kuscheltiere habe ich ja schon erwähnt. Und die sind auch alle recht süß. Ich hatte also Glück, dass ich vom Schatzi auserwählt wurde, sie in ihre neue Heimat zu begleiten. Inzwischen ist es also unser beider Heimat, obwohl sie sich anfangs mit den Schwaben etwas schwer getan hat, und seit wir den Moppel haben, fühlen wir uns auch richtig wohl. Wir unternehmen regelmäßig Spaziergänge durch die Stadt, besuchen einige der berühmten jährlich wiederkehrenden Stuttgarter Feste oder genießen einfach die Vielseitigkeit der Stadt. Dies soll jetzt keine Ode an Stuttgart werden, aber Schatzi-Moppel und mir gefällt es hier doch sehr gut. Der Neckar ist zwar nicht der Rhein (\“… und warum ist es am Rhein so schön?\“), aber ein Fluss ist immer noch besser als kein Fluss. 
Chillen am Rhein
Die Stuttgart-Spaziergänge sind für mich immer ein besonderes Highlight. Ein Ausflugsziel direkt vor der Tür mit so vielen Ecken, die es noch zu entdecken und zu fotografieren gibt. Es finden sich unzählige Stäffele (Treppen), die Straßen und Plätze miteinander verbinden und nach ein paar (hundert) Stufen hat man plötzlich eine Aussicht, die man von unten niemals erwartet hätte. Klar, Schatzi-Moppel schnaufen immer erstmal wie zwei altersschwache Dampfloks, aber sobald sie sich etwas erholt haben, folgt eine Fotosession. Zu den \“Vor-die-Tür-Ausflügen\“ kann ich auch mal Kuschelfreunde mitnehmen, die sonst aufgrund ihrer Größe eher keine Ausflugs-Kandidaten sind, also z. B. Plups oder Billy.  
Plups on tour

Special Spots 

 
Ich habe tatsächlich mehrere Lieblingsplätze in der Stadt – neben der Couch natürlich. Diese Plätze werden regelmäßig Besuchern gezeigt, sodass ich hier schon das eine oder andere Foto mit verschiedenen Kuschelfreunden und/oder Besuchern bekommen habe. Ein solcher besonderer Lieblingsplatz ist die Aussichtsplattform beim Teehaus im Weißenburgpark. Man kann die ganze Stadt überblicken und gemütlich ein Bier trinken. Alternativ oder im Anschluss geht es zum Eugensplatz, wo man ausgestattet mit einem Eis vom Pinguin ebenfalls einen grandiosen Blick auf Stuttgart hat. Nicht zu vergessen auch ein Besuch bei der Mops-Statue direkt an der U-Bahn-Haltestelle. Wenn man an diesen beiden Plätzen war, hat man schon sehr viel von Stuttgart gesehen. Für noch mehr Aussicht lohnt ein Besuch auf dem (inzwischen wiedereröffneten) Fernsehturm. Mein letzter Besuch mit dem Schatzi liegt schon eine ganze Weile zurück und der Moppel war noch gar nicht oben, aber ich denke, dass wir das bei Gelegenheit mal nachholen. 
Mit dem Fernsehturm auf Du und Du
Wenn man Zeit und Energie hat, lohnt sich auch ein längerer Spaziergang auf den Birkenkopf (Monte Scherbelino), querfeldein durch den Bopserwald, Heslach, den Killesbergpark oder ein Besuch in der Wilhelma. Allesamt wunderschöne Ecken der Stadt, in denen man den hohen Grün-Anteil in Stuttgart genießen kann.
Am Feuersee

Man muss die Fest feiern, wie sie fallen

 
Auf die verschiedenen Feste gehen Schatzi-Moppe meistens allein. Da wird nämlich im Normalfall gegessen und getrunken und beides mache ich nicht. Besonders gern mögen die beiden das Festival der Kulturen, wo es immer verrückte Sachen aus den verschiedensten Ländern zu essen gibt und Cocktails, wo man nach einem Glas schon angetrunken ist. Zumindest das Schatzi. Kurz darauf im Jahr folgt das Weindorf mit hervorragenden Weinen aus der Region und schwäbischen Gerichten. Abgerundet wird das Ganze vom Weihnachtsmarkt, bei dem es Glühwein, rote Wurst oder abgefahrene Sachen wie Lachs und Spanferkel gibt. Dazwischen sind noch kleinere Feste, die aber eher kurz sind und daher nicht jedes Jahr in den Terminkalender passen. Bei den drei genannten Festen erkennt ihr aber das Auswahlmuster sicher sehr gut: Sie dauern mehrere Tage an, sodass man mehrfach hingehen kann, es gibt leckeres Essen und guten Alkohol. 
Kritisch beäugender Unterwegsfund
Dabei verträgt das Schatzi eigentlich gar keinen Alkohol. Sie weiß das auch inzwischen und versucht nicht mehr, mit den Großen mitzuhalten. Das endet eh nie gut. Besonders lustig war wohl der erste gemeinsame Weindorf-Besuch, von dem mir der Moppel erzählt hat. Das Schatzi war nach zwei Viertele Weißwein betrunken, er hatte sich quasi gerade mal warm getrunken. Sie schiebt es natürlich darauf, dass Weißwein ganz furchtbar reinhaut, aber das nehmen wir ihr ja nun wirklich nicht ab. Ähnliches passiert ihr regelmäßig beim Festival der Kulturen und auf dem Weihnachtsmarkt. Es schmeckt halt so lecker und daher ordert sie noch eine zweite Runde, um im Anschluss festzustellen, dass sie Schwierigkeiten hat, geradeaus zu sprechen oder zu laufen. 
Ein bisschen Wald in Stuttgart
Ein weiteres Stuttgart-Highlight von Schatzi-Moppel sind die Wochenmärkte, besonders der am Rathaus. Da kriegt man quasi alles, was man sich an Obst, Gemüse, Blumen und Wein vorstellen kann und das in hervorragender Qualität. So oft es geht, fahren die beiden also am Samstag(vor)mittag in die Stadt hinunter und kaufen fürs Wochenende leckere Sachen ein. Was es auf dem Markt nicht gibt, gibt es in der Markthalle. Und da riecht es auch immer so gut. Seit sie das Grillen als gemeinsames Hobby entdeckt haben, sind die Samstags-Einkauf-Ausflüge noch verstärkt worden. Meistens fahre ich dabei nicht mit, da ich keine Lust habe, mich mit einer Kohlrabi oder Möhre um den Platz im Rucksack zu streiten und dieses junge Gemüse ist immer ziemlich rüpelhaft und rücksichtslos gegenüber leicht gealterten blauen Männchen. Aber die beiden kommen dann immer zufrieden zurück und grillen oder kochen leckere Sachen, was den Krümel gleich auch noch glücklich macht.  
Einer meiner seltenen Besuche auf dem Wochenmarkt

Perfectly happy 

Ihr seht, wie das perfekte Stuttgart-Wochenende aussieht: Erst der Samstagseinkauf auf dem Markt, dann grillen und zur Verdauung ein langer Spaziergang, notfalls auch erst am Sonntag, falls es guten Fußball im Fernsehen zu sehen gibt. Genauso gerne bin ich am Wochenende aber auch unterwegs. Langweilig wird es mir jedenfalls nie. 
Ein Stäffele
Das einzige, was mich an Stuttgart etwas verwundert und dass ich daher kritisch anmerken möchte, ist Folgendes: In Stuttgart gibt es sogar Weinberge in der Stadt und die Stuttgarter schwören auf ihren Weinanbau, aber zugleich ist Stuttgart eine der deutschen Städte mit der höchsten Feinstaubbelastung. Will man diesen Kesselwein also wirklich trinken? Da ich aber keinen Wein trinke und Schatzi-Moppel das bisher überlebt haben, will ich mal (weiter) darüber hinweg sehen.

Mit Emil-Bärchen und Blue am Bärensee

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