Sabbatical Teil 15: Zwischen Trollen und dem Atlantik

Unser vorletzter Stopp in Norwegen hat uns aus dem Landesinneren an die Atlantikküste geführt. Und viel über Trolle gelehrt.

Freitag, 11. August 2023

Am Freitag mussten wir zunächst die schöne Ferienwohnung in Stranda verlassen. Mit unserem Schlüssel-Elch, den ihr vielleicht schon im letzten Beitrag bemerkt habt, habe ich die übliche Roomtour gemacht und mich dann von ihm verabschiedet.

Nachdem wir zügig aufgebrochen waren, ging es zur Fähre von Stranda nach Liabygda, die wir schon kannten.

Diesmal nahmen wir aber nicht gleich die nächste Fähre, sondern folgten der Straße. Als ersten Fotospot erreichten wir Gudbrandsjuvet. Das war ein Wasserfall mit einem lustigen Weg drumherum und einem kleinen Café.

Danach hielten wir an der Øvstestølbrua für ein paar Fotos.

Am Parkplatz Hoogste Punt ging es fotomäßig weiter.

Schließlich erreichten wir den offiziellen Beginn des berühmten Trollstigen.

Anschließend fuhren wir weiter zum Aussichtspunkt am oberen Ende des Trollstigen. Hier war mal wieder die Hölle los, obwohl es bei Nebel und einstelligen Temperaturen gar nicht so verlockend war auszusteigen. Der Blick, der sich uns bot, war trotzdem fantastisch.

Durchgefroren machten wir uns auf den Weg die elf Haarnadelkurven über steile Berghänge ins Romsdalen hinunter. Dabei haben wir auch noch einen Sack voll Fotos gemacht.

Am Ende haben wir auch noch am unteren Aussichtspunkt angehalten.

Trollstigen heißt übrigens Trollleiter und stammt aus der alten Geschichte, wonach die Berge in der Gegend Trolle mit buschigen Haaren aus Wurzeln und Moos sowie mit großen Nasen und kleinen Augen waren.

Auf der Weiterfahrt durch das Tal war plötzlich der Nebel verschwunden und blauer Himmel lachte uns entgegen. Das hielt auch auf der Fährüberfahrt von Åfarnes nach Sølsnes an.

Kurz vor Molde gerieten wir in einen Wettertunnel. Während vor dem Tunnel die Sonne schien, hatte es sich danach zugezogen und fing an zu regnen. Na, toll. Die fantastische Atlantikstraße strahlte so wenig Schönheit aus.

Ziemlich geschafft erreichten wir schließlich Langøya und bezogen unsere Ferienwohnung in der früheren Wohnung des Hausmeisters in der alten Dorfschule.

Samstag, 12. August 2023

Am Samstag schauten wir verdutzt in blauen Himmel. Klar waren da auch Wolken, aber eben nicht nur. Und die WetterApp versprach 20 Grad und eine geringe Regenwahrscheinlichkeit. Das musste genutzt werden! Wir schauten ein wenig durch das Infomaterial in der Ferienwohnung und stießen auf die Trollkyrkja, also die Trollkirche. Diese scheint ein eher unbekanntes Highlight zu sein.

Wir packten unsere Wandersachen und fuhren zum zugehörigen Wanderparkplatz. Die Wanderung begann gemütlich, wurde aber schnell anspruchsvoll. Der Weg war teilweise sehr matschig und die Steine extrem rutschig.

Bald erreichten wir einen dichten Nadelwald, der schon fast gruselig anmutete, sich aber schnell mehr und mehr öffnete und atemberaube Blicke bot.

Am Wasserfall entlang ging es nach oben. Schatzi-Moppel hatten gut zu tun, den nicht gerade leichten Weg zu erklimmen und gingen nicht auf unsere Bitte ein, alle fünf Meter ein Foto zu machen. Ab und zu ließen sie sich zum Glück erweichen.

Nach etwas über zwei Stunden erreichten wir die untere Höhle der Trollkirche. Der geflügelte Satz der Tour war „Wo wohnen denn diese sche**ß Trolle?“, weil wir einfach nicht voranzukommen schienen.

Mutig, wie wir waren, machten wir uns an die Erkundung der ersten Höhle. Das Schatzi gab schon früh auf, denn die Steine am Eingang waren sehr rutschig. Der Moppel schaffte es etwas weiter, musste aber wegen des Rucksacks schließlich doch umdrehen.

Anschließend nahmen wir uns die etwas höhere gelegene zweite Höhle vor. Eine wacklige Leiter führte hinab, aber unten erwartete uns ein echter Kracher: Ein Wasserfall in einer Höhle!

Als wir wieder oben angekommen waren, erfuhren wir von einigen anderen Wanderern, dass die obere Höhle ziemlich eng und matschig war. „Nur was für Höhlenbegeisterte!“, sagte jemand. Dagegen wurde berichtet, dass die untere Höhle noch deutlich weiter ging, deshalb wurde beschlossen, dass der Moppel ohne Rucksack, aber mit Begleitplüsch nochmal hineinkletterte.

Das Schatzi wartete mit uns draußen in der Sonne.

Als der Moppel unbeschadet zur Gruppe zurückgekehrt war, machten wir uns an den Abstieg. Unterwegs wurden noch einige Fotos gemacht und nach knapp zwei Stunden standen wir wieder am Auto. Juchu!

Auf dem Rückweg über die Atlantikstraße schien noch immer die Sonne, aber wir waren zu geschafft, um uns noch zum Anhalten aufraffen zu können.

Stattdessen gab es ein schnelles, aber scheinbar leckeres Abendessen beim Thai Take-Away, bevor Schatzi-Moppel in der Ferienwohnung nach dem Duschen quasi zusammenbrachen. Ups.

Auf jeden Fall wissen wir jetzt, welchen Gott Trolle anbeten: Fossi, den Gott des Wasserfalls (Fossen ist norwegisch für Wasserfall).

Sonntag, 13. August 2023

Auch heute Morgen begrüßte uns blauer Himmel und Sonnenschein. Wir hatten gestern schon das Tagesprogramm festgelegt: Kristiansund und die Atlantikstraße.

Zunächst fuhren wir nach Kristiansund und parkten in der Nähe des Turms Varden. Der Turm ist kein Leuchtturm, sondern hat ein Fernglas unterm Dach. Er war auf jeden Fall ziemlich toll.

Statt anschließend zurück zum Auto zu gehen, folgten wir einem Weg, der uns an eine felsige Küste brachte. Hier hat es uns total gut gefallen, weshalb wir ausgiebig Fotos machten.

Auf dem Rückweg zum Auto entdeckten wir noch einige schöne Ecken und der Moppel wurde von Tauben umzingelt, konnte sich aber befreien.

Zu guter Letzt schauten wir uns noch ein wenig im Zentrum von Kristiansund um, wo es auch eine Pizza zum Mittagessen gab.

Danach ging es weiter zur Atlantikstraße. Am ersten Stopp mussten wir ein bisschen klettern, hatten aber einen schönen Blick.

Am zweiten Stopp konnte man einen angelegten Weg entlang gehen und u.a. die berühmte Brücke sehen.

Ein wenig geschafft und voller Eindrücke fuhren wir zurück in die Ferienwohnung. Ursprünglich hatten wir überlegt, heute Abend noch einen Sonnenuntergang anzuschauen, aber da inzwischen der Himmel wolkenverhangen ist, werden wir das nicht tun. Auf jeden Fall hat es uns hier richtig gut gefallen. Morgen geht es weiter nach Trondheim.

2 Kommentare zu „Sabbatical Teil 15: Zwischen Trollen und dem Atlantik“

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